Wozzeck

Oper von Alban Berg

Oper in drei Akten von Alban Berg Text nach Georg Büchners Dramenfragment "Woyzeck"

Wozzeck schaut auf – denn vom Boden der Gesellschaft bleibt nur der sehnsüchtige Blick nach oben. Fast obsessiv betrachtet er die Menschen um sich herum, die all das zu haben scheinen, wovon er nur träumen kann. Eingezwängt zwischen Vorgesetzten, die ihn drangsalieren, getrieben von einem Gefühl der Minderwertigkeit und einer beständigen Angst, seine Partnerin Marie könnte ihn betrügen, scheint Wozzeck wie ein menschliches Pulverfass, das geradezu zwangsläufig irgendwann explodieren wird.

Der Mensch wird von seinen Lebensbedingungen (mit-)geformt. Doch kann eine Gesellschaft, die das Recht des Stärkeren zur brutalen Maxime erhoben und sich die Humanität aus dem eigenen Wertesystem herausgeschnitten hat, nur monströse Täter hervorbringen? Hebt das Leben in einem erbarmungslosen System die Frage nach individueller Verantwortung auf? Ilaria Lanzino, die für Bergs „Wozzeck“ erstmals am MiR zu Gast ist, macht immer wieder mit Inszenierungen auf sich aufmerksam, die vertraute Stoffe in ebenso klugen wie außergewöhnlichen Lesarten zeigen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von John Warner, der mit Bergs komplexer Partitur seinen Einstand als Erster Kapellmeister gibt.

Programmheft (Auszüge) Wozzeck Download
Dauer
1 Stunde 35 Minuten | keine Pause
Sprache
in deutscher Sprache mit Übertiteln
Altersempfehlung
empfohlen ab 17 Jahren

Hinweise zu sensiblen Inhalten und sensorischen Reizen

- Darstellung von psychischer und physischer Gewalt
- Darstellung von Suiziden
- Schussgeräusche
- Nacktheit

Hinweis für fotosensible Personen: Es kommt zum Einsatz von stroboskopähnlichen Lichteffekten.

Mitwirkende

Leitung

Musikalische Leitung
John Warner
Dramaturgie
Theresa Steinacker
Choreinstudierung
Alexander Eberle
Einstudierung Kinderchor
Veronika Haller
Musiktheaterpädagogik
Robert Lieli

Besetzung

Wozzeck
Simon Stricker
Tambourmajor
Martin Homrich
Hauptmann
Matthew Peña
1. Handwerksbursch
Yevhen Rakhmanin
2. Handwerksbursch
Falk Fink
Der Narr
Julian Mattlinger
Margret
Constanze Jader
Maries Knabe
Mitglieder des MiR Kinderchores
Ein Soldat
Johannes Mang

Ensembles

MiR Kinderchor
MiR Kinderchor
MiR Statisterie
MiR Statisterie
Orchester
Neue Philharmonie Westfalen
Weitere Termine
    • Vorstellung
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    • zum letzten Mal in dieser Spielzeit
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Pressestimmen
Ilaria Lanzino und ihr Team gelingt zu Beginn der Saison ein großer Wurf. Sie zeigt, was Musiktheater kann und soll. Hier kann man diskutieren und sich abarbeiten an einer in sich stimmigen Interpretation. Davon wollen wir viel mehr!
04.10.2026 | Theater pur
Packende szenische Neudeutung
29.09.2026 | Recklinghäuser Zeitung
Ein mutiger, diskursiver und musikalisch packender Auftakt der neuen Intendanz am Musiktheater im Revier, der vom Publikum im Großen Haus nach Momenten der Schockstarre zu Recht langanhaltend und eindringlich gefeiert wird.
29.09.2026 | o-ton.online
Frenetischer Beifall für einen aufwühlenden Saisonstart.
29.09.2026 | WAZ
John Warner (…) holt alles aus der Partitur heraus, die spätromantische Opulenz ebenso wie die dissonante Kargheit. Er herrscht souverän über den großen Orchesterapparat, lässt das extensive Schlagwerk grollen, die Basstuben dröhnen, die hohen Töne der Bläser klirren und die Streicher schmerzhaft süß über dem wohlgeordneten Chaos schweben.
29.09.2026 | Westfälische Rundschau
Ein starker, fast überwältigender Saisonauftakt am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen mit einem Wozzeck, der die Frage stellt: Opfer oder Täter – oder: Opfer und Täter?
06.10.2026 | OPER!
Simon Stricker gelingt es mit Farbreichtum und vielen Zwischentönen Wozzecks Weg faszinierend zu zeichen. Er beglaubigt, wie der Wunsch, das Leben materiell zu meistern, einen Moment lang Angst und Ekel vorm eigenen Tun unterdrücken kann. Aber später schlägt das Schuldbewusstsein umso gnadenloser zu und vernebelt klares Denken. Strickers Stimme changiert anschaulich zwischen Wahn und Wirklichkeit. Davon sind alle im Theater tief berührt.
04.10.2026 | Theater pur
Ilaria Lanzino legt mit ihrem Regie-Debut am Gelsenkirchener Haus eine bemerkenswerte Interpretation vor, die in jedem Augenblick berührt, in jedem Moment absolut stimmig ist und einen hoch sensiblen Umgang mit dem so heiklen Nazi-Sujet pflegt.
05.10.2026 | Neue Musik Zeitung
ein furioses Ereignis
06.10.2026 | Der Opernfreund